Wir über uns
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Wollbach, der größte Teilort der Gemeinde Kandern, liegt im Kandertal im Markgräflerland an der L134, etwa 6km südlich von Kandern. Zu Wollbach gehören die vier Nebenorte Egerten, Egisholz, Hammerstein und Nebenau.
Der Musikverein besteht aus 53 Musikern und dem Dirigenten Oliver Hauser. |
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Ausschnitt aus der Chronik
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Ein noch gut erhaltenes Notenbuch für Cornu aus dem Jahre 1839 von
Simon Knoll aus Wollbach-Egerten ist ein klarer Beweis, dass damals in
der Gemeinde Wollbach schon junge Männer sich zusammengefunden haben,
um die Volksmusik zu pflegen. Leider sind uns hierfür keine Unterlagen
mehr zur Hand. Wir sind aber durch Zufall im Besitz dieses Notenbuches
von 1839 und einen Brief von 1864 gekommen, durch den Musiker Erwin
Kreiter aus Wollbach-Egerten, welcher beim Grümpeln auf dem Speicher
seines Wohnhauses diese hier im Festbuch festgehaltenen, wichtigen
Unterlagen gefunden hat.
Der bei der angeführten Aktion gefundene Brief wurde am 18.
September 1864 geschrieben von Elisabetha Grenacher an ihre Freundin
Anna Maria Zimmermann, welche in Münster/Schweiz in Dienst war.
In diesem Brief heißt es wörtlich:
"Es sind sechs Musikanten im Dorf,
der Schreiner Jakob (Jakob Grenacher)
der Krämer Jakob ( Jakob Merstetter, späterer Hofmüller)
der Martin Gentner
der Martin Häfele (Martin Sütterlin)
der Jakob Möslin
der Johannes Greßlin ab der Egerten,
die haben die Musik gelernt, sie spielen alle Abend und am Sonntag haben wir getanzt in's Funke-Möslis."
Diese sechs angeführten Namen stimmen mit einem Bild überein, auf dessen Rückseite geschrieben steht:"1866 abgenommen am 8.ten
April, wir deutschen Musikanten sind einig und verwand".
Diese Männer waren Gründer des Musikvereins Wollbach, zu welchen sich noch anschlossen:
"Jakob Würslin und Johann Jakob Sütterlin auf dem Buck"
Leider sind wir nicht in Besitz von Statuten oder sonstigen
Aufzeichnungen des Vereins, aber dem Schreiber dieser Chronik waren
diese angeführten Gründer und Nachgefolgten alle persönlich bekannt und
durch viele Erzählungen, insbesondere von Martin Sütterlin, dem
späteren Dirigenten, wissen wir, dass diese ersten Musikanten zu vielen
Anlässen, wie Hochzeiten, Festen und Tanzanlässen mitgewirkt hatten.
Bis zum Jahrhundertwechsel spielte die Kapelle in wechselnder Besetzung, z.B. bei der Einweihung der Kandertalbahn im Jahr 1895.
Im Jahre 1900 wurde der Verein umgestellt, da ein großer Teil
der neuen Mitglieder aus dem Ortsteil Hammerstein kamen, wurde der Sitz
des Vereines dorthin verlegt.
Nach Kriegsende 1918 wurde in Hammerstein erneut begonnen die
Musik zu pflegen, und eine große Anzahl jüngerer Leute stellte sich dem
Verein wieder zur Verfügung, und diese Zusammenstellung berechtigte zu
großen Hoffnungen. Aber es erschwerte die Probenarbeit, dass die Männer
aus allen Ortsteilen kamen. Die Folgen des Krieges wirkten sich noch
aus. Viele Mitglieder gründeten einen eigenen Hausstand, zum Teil nach
auswärts und so verringerte sich die Mitgliederzahl bald wieder. Dazu
kam ein weiterer Faktor, welcher zu Ungunsten der Blasmusik wirkte und
die Umstellung der bisherigen Musikformation einleitete: Es kam die
Zeit der Konzerte mit größeren Theateraufführungen, wozu sich in den
verhältnismäßig kleinen Räumen eine Blasmusik nicht so gut eignete. Um
sich den neuen Erfordernissen anzupassen wurde im Sommer 1920 eine
Streichkapelle aufgestellt, welche einige Jahre neben der bisherigen
Kapelle in Hammerstein in der Hauptaufgabe zu Konzerten und Saalfeiern
auftrat.
Nach 1933 kam auch in Wollbach die Zeit vieler Aufmärsche und
öffentlicher Kundgebungen im Freien, wozu sich nun das Streichorchester
nicht mehr eignete. Man beschloss im Herbst 1934 auf Blasmusik
umzustellen.
Ohne Geld, aber mit großem Vertrauen in die hiesige
Einwohnerschaft, kam auf der Suche nach Finanzierung der Anschaffung
von 25 Instrumenten der Gedanke an eine Weinspende. 1934 war ein gutes
Weinjahr. Herbstbeginn ein Donnerstag. Traubenmühlen gab es damals noch
keine. Am Samstag hatten die Winzer alle zur Verfügung stehenden
Bottiche voll gestoßener Ware. Der Gedanke, nur an diesem Abend sind
die Winzer freigiebig, denn wenn der Wein schon im Fass ist, gibt
keiner gerne Wein ab, hat alle Erwartungen übertroffen. Auf diesen
Abend wurden vier Fahrzeuge gerichtet, mit je zwei Pferden bespannt und
je Wagen mit zwei großen Fässern ausgerüstet. Nach vorheriger
Bekanntmachung fuhren die Wagen mit je vier Mann Besatzung ab. Ein
Wagen nach Hammerstein und Egisholz, einer nach Egerten und Nebenau und
zwei blieben in Wollbach. Um nur guten Wein zu erhalten, bekam jeder
Wagen einen neuen Weidekorb, welcher jeweils in die vollen Bottiche
gedrückt wurde, und so hatten wir nur gute Ware. Auf diese Weise
bekamen wir von den Leuten zum Teil 50 Liter Wein, aber wenn sie uns
Geld geben sollten, wären an vielen Orten damals 5 Reichsmark nicht
möglich gewesen. überraschend gut hat alles geklappt und um Mitternacht
des selben Tages wussten wir, dass uns die hiesige Einwohnerschaft
großzügig unterstützt hat. Annähernd 20 Hektoliter Wein konnten wir
einkellern. Wir machten mit diesem Wein ein Winzerfest im Garten des
"Gasthauses zum Hirschen" in Egerten. Dass wir mit diesem Fest
ebenfalls Glück hatten war ein doppelter Erfolg.
Es konnte eine anfangs 20 Mann starke Kapelle aufgestellte werden,
welche den Namen Gemeindekapelle Wollbach erhielt. Diese Kapelle wirkte
bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges bei öffentlichen Anlässen,
Gemeindefeiern und auch bei Anlässen in umliegenden Orten mit.
Im Jahre 1947 wurde durch Anregung von Karl
Weissenberger die Blaskapelle wieder zusammengestellt. Den verbliebenen
ehemaligen Aktiven schlossen sich unter der Leitung von Karl
Weissenberger noch an: Fritz Lindenmann, Max Kromer, Hans Winter, Max
Gresslin, Hans Bieg, Erwin Kreiter, Fritz Wohlschlegel, Fritz Sütterlin
und Erwin Braun. Es kamen noch dazu: Ernst Gisin, Heinz Gisin, Albert
Enderlin, Karl Fünfschilling, Karl Trefzer und Walter Geitlinger.
Leider konnten den Mitgliedern nur alte, "verblasene" Instrumente
zur Verfügung gestellt werden, was das Proben sehr erschwerte. Zum
zweiten Mal ging eine Bitte an die Ortseinwohner und eine Sammlung hat
groß dazu beigetragen, dass die notwendigsten Instrumente beschafft
werden konnten und der Verein wieder mit guten Instrumenten ausgerüstet
und einer großen Anzahl Nachwuchs heute in der bisher grßten Besetzung
auftreten kann.
An einem Wertungsspiel am 22.Juni 1952 in Steinen erreichte der
Musikverein unter der Stabführung von Alfred Faller, Haltingen in der
Unterstufe gegen große Konkurrenz die zweitbeste Tageswertung mit der
Note Sehr gut / Vorzüglich.
"Am 8., 9. und 10. Juli 1966 möchte nun der Musikverein Wollbach auf
sein 100 jähriges Bestehen zurückblicken, was in größerem Rahmen würdig
gefeiert werden soll. An diesem Erfolg haben neben unseren langjährigen
Dirigenten unsere jeweiligen aktiven Mitglieder wohl den größten
Anteil. Sie werden unterstützt von einem großen Kreis treuer Ehren- und
Passivmitglieder und einer Einwohnerschaft, welche die uneigennützige
Arbeit der Mitglieder zu schätzen weiß. Besonderer Dank gilt unserem
jetzigen Dirigenten Herrn Scheuzger, welcher neben seiner beruflichen
Tätigkeit und Leitung der Kapelle schon seit 8 Jahren, noch den
Nachwuchs heranzieht, mit seltener Geduld anlernt und zu guten Musikern
ausbildet."
Auszug aus der Festschrift 100 Jahre Musikverein Wollbach (Verfasser Karl Reinacher sen.)
Das folgende Fest vom Freitag 8.Juli 1966 bis Montag 11. Juli 1966
zum 100-jährigen Bestehen des Vereins war das größte bis zum heutigen
Tag veranstaltete Fest des Vereins. Der damalige Chronist Hans Winter
schrieb dazu im Protokoll:
Die wochen- und monatelangen Vorbereitungen waren abgeschlossen, der
Richtbaum zierte das neue Festzelt, somit stand dem Beginn des
100-jährigen Jubiläumsfestes nichts mehr im Wege. In festlichem Schmuck
präsentierte sich die Gemeinde, als sich am Freitagabend um 20 Uhr,
nach Aufstellung bei der Krone, der Festzug angeführt vom
Festpräsidenten Bürgermeister Sütterlin gefolgt von den Festjungfrauen,
dem Jubiläumsverein, Gesangverein und Kirchenchor mit Marschmusik in
Bewegung setzte. Der Einzug in das große Festzelt wurde begleitet vom
Beifall des anwesenden Publikums. Nach der Eröffnung mit dem Intermezzo
von Hartwig, folgte ein sehr gut vorgetragener Prolog, worauf Vorstand
Albert Enderlin die Gäste willkommen hieß. Insbesondere begrüßte er den
Festpräsidenten, den Bezirksvorsitzenden des Alemannischen
Musikverbandes Adolf Krebs, Efringen-Kirchen, die Vorstände und
Dirigenten der Gastvereine, Pfarrer Schmitthenner, die Lehrerschaft
sowie zahlreiche Ehrenmitglieder.
In einer kurzen Ansprache dankte Albert Enderlin allen, die
mitgeholfen hatten das große Fest vorzubereiten oder die den Verein
finanziell unterstützt hatten. Nach einem weiteren musikalischen
Vortrag würdigte Festpräsident Bgm. Sütterlin die Verdienste des
Jubiläumsvereins und überreichte eine Geldspende der
Gemeindeverwaltung. Mit der ?berreichung einer neuen Trompete
gratulierten die Festjungfrauen und wünschten in einem humorvollen
Gedicht alles Gute für die Zukunft. Bezirksvorsitzender Krebs hielt in
seiner Ansprache besonders den Idealismus der Volksmusiker hervor und
legte der jungen Generation ans Herz dem Vorbild alter und treuer
Mitglieder nachzueifern.
Für besondere Verdienste um den Zeltneubau wurden Leo Geling,
Hansjörg Sütterlin und Karl Reinacher jg. von den Vorständen des
Gesang- und Musikvereins, unter dem Beifall der Festgäste, durch
überreichen einer Urkunde zu Ehrenmitgliedern beider Vereine ernannt.
Die weitere Programmgestaltung des Abends übernahm die Knabenmusik
Markgräflerland. Ihre Darbietungen fanden den ungeteilten Beifall der
Festbesucher. Mit drei sehr gut vorgetragenen Liedern des Gesangvereins
wurde das musikalische Programm etwas aufgelockert. Vorstand Fritz
Wilhelm überreichte als Jubiläumsgeschenk zu unser aller Erstaunen ein
neues Instrument. Große Freude unter dem Publikum brachten die
Darbietungen der Volkstanzgruppe der Wollbacher Schüler. Als Abschluss
der örtlichen Vereine brachte der Kirchenchor ein Lied zum Vortrag und
überreichte ein Geldgeschenk.
Das offizielle Programm des Abends wurde beschlossen mit den
Vorträgen der Feuerwehrmusik Haagen. Mit zahlreichen Zugaben der
Gastvereine wurde die erste wohlgelungene Festnacht beschlossen.
Das große Festzelt war fast vollbesetzt als Festdirigent
Werner Scheuzger den Eröffnungsmarsch am Samstagabend dirigierte.
Vorstand Enderlin und Festpräsident Bgm. Sütterlin hießen in ihren
Ansprachen die zahlreichen Festbesucher herzlich Willkommen und dankten
für ihre Bereitschaft, zum Gelingen des Festes beizutragen. Der
Gesangverein bereicherte das Programm in dankenswerter Weise wieder mit
einigen Liedvorträgen. Als wohl einmalig sei hier festgehalten, dass
unser verdienter Dirigent Herr Scheuzger jeden Gastverein mit einem
selbstverfassten Gedicht in alemannischer Mundart begrüßte, wofür ihm
an dieser Stelle für seine uneigennützige Arbeit noch einmal herzlich
Dank gesagt sei.
Die weitere musikalische Gestaltung des Abends übernahmen die
Musikvereine aus Istein, Stadtmusik Kandern, Efringen-Kirchen, Binzen
und Wiechs. Zum Abschluss konzertierten die Stadtmusik Lörrach und die
Stadtmusik Schopfheim, was als musikalischer Höhepunkt des Abends zu
werten war. Bei Stimmungsmusik und Tanz war schon ziemlich vorgerückte
Stunde als die Besucher nur zögernd das Festzelt verließen.
Mit dem Festgottesdienst wurde am Sonntag der Höhepunkt der
Jubiläumstage eingeleitet. Mit einem Musikstück bereicherten wir die
erhabene Feierstunde. Nach dem Gottesdienst gedachte der Verein am
Ehrenmal seiner aus den beiden Weltkriegen nicht mehr zurückgekehrten
Kameraden und ehrte ihr Sterben mit einem Trauermarsch. Als äußeres
Zeichen des Dankes legte Vorstand Albert Enderlin an ihrer Gedenkstätte
einen Kranz nieder, worauf das Lied vom guten Kameraden erklang. In
formiertem Zug begab man sich dann zum Dorfplatz bei der Krone, wo
gleichzeitig mit minutiöser Genauigkeit unser Gastverein aus Bannwil,
Schweiz, mit dem Fahnenträger an der Spitze, flankiert von einer
Trachtengruppe und gefolgt von über 50 Musikern mit zahlreichem Anhang
in das Dorf einzog. Nach dem Willkommensgruß des Gastvereins kredenzten
die Wollbacher Festjungfrauen den Gästen einen edlen Tropfen
Markgräfler, worauf sich diese mit einem mit viel Beifall aufgenommenen
Standkonzert für den freundlichen Empfang revanchierten. Ein
gemeinsames Mittagessen im Gasthaus zur Blume schloss sich an.
Nach Aufstellung der Vereine um 13.30 Uhr auf dem Dorfplatz setzte
sich der Zug mit Marschmusik in Richtung Festzelt in Bewegung. Nach der
Eröffnungsmusik konnte Vorstand Enderlin u.a. den Präsidenten des
Alemannischen Musikverbandes Karl Braun, Binzen, sowie den
stellvertretenden Präsidenten des Bundes Deutscher Volksmusiker, Gratz
aus ?berlingen, willkommen heißen. Festpräsident Bgm. Sütterlin gab in
seiner Ansprache der Freude über den wohlgelungenen Ablauf der
bisherigen Veranstaltungen Ausdruck. Präsident Braun würdigte in seiner
Rede die Verdienste der Musikvereine um die deutsche Volksmusik und
überreichte eine Notenspende des Verbandes. Herr Gratz betonte die
Bedeutung des Jubiläums, das er als ein kulturelles Ereignis ersten
Ranges bezeichnete.
Das Programm des Nachmittags bestritten zunächst die Gastvereine:
Haltingen, Obereggenen, Höllstein, Maulburg und Hauingen. Ein
besonderes Ereignis war das über einstündige Abschlusskonzert der
Musikgesellschaft Bannwil, das in der Uraufführung des vom Dirigenten
Erich P.Bader eigens für diesen Anlass komponierten Marsches "Gruss an
Wollbach" gipfelte.
Bei Wein, Bier, Güggeli und was die Festwirtschaft nebst
Kaffeestube und Bar noch alles zu bieten hatte, bei Stimmungsmusik und
Tanz stieg das Stimmungsbarometer an die obere Marke, ehe man sich
schweren Herzens, zum Teil auch mit schweren Köpfen, in vorgerückter
Stunde trennte.
Das Kinderfest am heutigen Montagnachmittag musste wegen des
niedergehenden Regens in das Zelt verlegt werden, was aber dem Frohsinn
und der Ausgelassenheit der jungen Schar keinerlei Abbruch tat. Der
fröhliche Ausklang am Abend vereinigte noch einmal eine große
Besucherzahl zusammen mit den Gastvereinen aus Endenburg und Egringen.
Die Wogen der Stimmung schlugen an diesem letzten Festtag noch einmal
hoch, bevor das, Dank einer ausgezeichneten Festorganisation, bis in
die letzten Einzelheiten sehr gut verlaufene Jubiläumsfest beschlossen
wurde
Uniformanschaffung
Im Jahre 1951 ging ein langgehegter Wunsch der Musiker in
Erfüllung. Uniformen konnten wieder angeschafft werden, die man vom
Musikverein Riehen für DM 2.800,-- in bestem Zustand erwerben konnte.
Es war ein festlicher Tag am 8. September 1951, als die Riehener
Musikkapelle und die Kapellen aus Binzen, Efringen-Kirchen und Egringen
anwesend waren. Ein Festkonzert bildete den Höhepunkt dieses Tages.
1969. Die Vorstandschaft hatte beschlossen eine neue Uniform anzuschaffen.
Zusammen mit dem Kunstmaler Kibiger aus Auggen und Bürgermeister
Sütterlin hatte man sich auf eine an die alte Markgräflertracht
angelehnte Uniform geeinigt. Gefertigt wurden die neuen Kleider von der
Fa. Knab aus Endingen am Kaiserstuhl. Mit einem 2-tägigen Fest wurden
die neuen Uniformen am 30.4. und 1.5.1969 feierlich eingeweiht. Zu Gast
war unter anderem der Heimatdichter Gerhard Jung
Zur Finanzierung dieses großen Vorhabens hatte der Musikverein
wieder auf alle möglichen, bereits früher praktizierten Formen des
Spendensammelns zurückgegriffen. So wurde z.b. eine Geldsammlung im
ganzen Dorf durchgeführt. Außerdem sammelte man Wein für die Feste.
Im Protokollbuch des Musikvereins steht unter anderem dieses:
In Wollbach wird musiziert schon über 100 Jahr
in grüner, in blauer Uniform und auch in Zivil sogar
Nun soll es werden eine Markgräfler Tracht,
doch das äußere allein tuts nicht, darauf habt acht.
Im Jahr 1986 wurde diese Uniform erneuert. In fast gleicher
Ausführung wurde die neue Uniform am Herbstfest, das zugleich
Jubiläumsfest für 120 jähriges Bestehen war, zum 1. Mal getragen.
125. jähriges Jubiläum
Für unser 125-jähriges Jubiläum hatten wir uns etwas besonderes
einfallen lassen. Nicht nur 1 Veranstaltung, sondern das ganze Jahr
stellten wir unter dieses Jubiläum.
Begonnen mit dem Jahreskonzert im Januar 1991, fortgeführt mit dem
Konzert in der Kirche im März. Hier spielten wir alles Werke von
Komponisten, die im Jahr 1991 ebenfalls ein Jubiläum hatten.
Im Juni Jugendkonzert mit dem Jugendorchester Wollbach und der Jugendmusik Zürich 11.
Zum Abschluss der Feierlichkeiten ein auf 3 Tage erweitertes Herbstfest vom 11. - 13. Oktober 1991.
1975 Dirigentenwechsel
Im Jahr 1975 trennte sich der Musikverein von seinem langjährigen
verdienten Dirigenten Werner Scheuzger. Schweren Herzens hatte sich die
Vorstandschaft entschlossen diesen Schritt zu tun, nachdem immer mehr
Aktivmitglieder mit den Proben und Auftritten nicht mehr zufrieden war.
Herr Scheuzger war seit 1958 beim Musikverein Dirigent. Neben der
Probenarbeit mit dem Aktivorchester hat er sich vorbildlich für die
Jugendarbeit eingesetzt. Er hat viele Kontakte zu anderen Vereinen
geknüpft. ?ber die Dirigententätigkeit hinaus hat er für Feste und
Jahresfeiern Einladungen und Programme geschrieben. Auch seine Gedichte
waren bei vielen Anlässen eine gerne gehörte Bereicherung. Umso
bedauerlicher war es für uns, dass eine Trennung in Freundschaft nicht
gelang und er mit einem Schlag in unserem Vereinsleben fehlte.
Von Sommer 1975 bis Oktober 1979 hieß unser Dirigent Siegfried Wenk aus Egringen.
Begonnen hat er mit einem kleinen Häufchen aus 18 aktiven Musikern.
Jahreskonzerte im Kanderner Ochsensaal und später das erste Konzert in
der neuen Kandertalhalle konnten wir unter seiner Leitung durchführen.
Er hat in der relativ kurzen Zeit mit uns eine hörbare
Leistungssteigerung geschafft und er hat es verstanden wieder eine
erfolgreiche Jugendarbeit aufzubauen.
Im Rahmen des Herbstfestes 1979 wurde Herr Wenk verabschiedet
Als Nachfolger konnten wir den jungen Dirigenten Ulrich Winzer aus
Lörrach gewinnen. Er hat es sofort verstanden den musikalischen
Aufwärtstrend nahtlos fortzuführen. Er weckte die Begeisterung vor
allem der jüngeren Aktivmitglieder. Mit seiner Beharrlichkeit hat er
uns überzeugt, dass der von ihm eingeschlagene Weg hin zur konzertanten
Blasmusik auch bei einem so kleinen Dorfverein wie Wollbach möglich und
richtig ist.
Herr Winzer hat sich sehr um die Ausbildung der Jugend
gekümmert. So hat er 1982 ein Jugendorchester ins Leben gerufen. Dieses
Orchester hat im Mai 1985 zum ersten Mal ein eigenes Konzert
veranstaltet. Neben zahlreichen Konzerten, oft auch zusammen mit dem
Jugendorchester Fahrnau, war sicherlich ein Höhepunkt als 1991 die
Jugendmusik Zürich 11 mit ihrer beeindruckenden Tambourengruppe ein
Doppelkonzert mit dem Jugendorchester Wollbach in der Kandertalhalle
gab.
Herr Winzer hat mit dem Musikverein Wollbach im Jahr 1984 zu einem
Konzert in der Kirche eingeladen. Fast jährlich wurde dieser Anlass im
Frühjahr wiederholt. Bei dieser Veranstaltung tritt der Verein auch
immer wieder in kleinen Gruppen auf, was sicherlich ein besonderer Reiz
dieser Konzerte ist.
Herr Ulrich Winzer war bis zum Jahreskonzert im Januar 1996
unser Dirigent. Er hat in den über 15 Jahren seiner Tätigkeit unseren
Verein in der heutigen Form entscheidend geprägt und wir sind froh,
dass wir solange mit ihm zusammenarbeiten durften.
Im Februar 1996 übernahm nun Oliver Hauser, der aus Denkingen
im Landkreis Tuttlingen stammt und in Freiburg studierte, den
Dirigentenstab. Wir haben wieder auf einen jungen Mann gesetzt und es
bis heute nicht bereut. Neben den bisherigen Konzerten unter seiner
Leitung war sicherlich die Teilnahme am "International Alpine Music
Festival" in Saas Fee in der Schweiz am 2.7.2000 ein ganz besonderer
Höhepunkt in unserem Vereinsleben. An diesem Festival nahmen die Big
Band der Bundeswehr, das Repräsentationsorchester Schweizer Armeespiel,
ein Auswahlorchester der Italienischen Schweiz und ein Orchester aus
Italien teil.
Wir stellten uns dem Wettbewerb mit Orchestern aus China und
Slowenien und der Stadtmusik Friedrichshafen. Bewertet von 3 Juroren
aus Amerika, Holland und der Schweiz erreichten wir eine
Silbermedaille. Von 100 möglichen Punkten erreichten wir beachtliche
85.
Dies ist nur ein kleiner Auszug zusammengefasst aus
den Eintragungen in Festschriften und Protokollbüchern. Und doch kann
man die vielen Höhen und Tiefen, die der Musikverein in seiner langen
Geschichte durchlebt hat erahnen. Deutlich wird auch der Wandel der
Zeit, der an einem Verein nicht vorbeigeht. Die Wertevorstellung der
Aktiven, insbesondere der Jugend ist heute sicherlich eine ganz andere
als noch vor 50 Jahren. Wir sind bemüht eine sinnvolle Alternative zur
Freizeitgestaltung anzubieten. Der Musikverein versucht seinen Weg zu
finden zwischen Tradition und Moderne.
Wir möchten uns ganz herzlich bei der Bevölkerung bedanken die uns
in all den Jahren großzügig und treu unterstützt. Mit Sach- und
Geldspenden bei allen möglichen Sammelaktionen und mit den Besuchen bei
den Konzerten und sonstigen Veranstaltungen wird die Verbundenheit
dokumentiert. Den ohne den Zuspruch der Bevölkerung würde ein noch so
großes Engagement der Musiker nicht zum Weiterleben des Musikvereins
ausreichen.